Äthiopien, die Urheimat des Kaffees

Der Legende nach entdeckten Hirten die anregende Wirkung von Kaffee. Sie beobachteten, dass ihre Ziegen sich besonders aktiv verhielten, wenn sie die roten Kirschen der Kaffeebüsche gefressen hatten. Neugierig geworden, probierten sie selbst, entdeckten die Wirkung der Bohnen und experimentierten so lange, bis sich ihnen der köstliche Duft der braunen Bohnen beim Rösten erschloss, sie das Mahlen der Bohnen herausfanden und schließlich Kaffee auch als Getränk verzehrten.

Erste Hinweise auf den möglichen Gebrauch von Kaffee finden sich in der Bibel. Im ersten Buch Mose (XXV, 30) und im Buch Samuel (XVII, 28) wird die Geschichte der Königin von Saba erzählt, ein Beleg dafür, dass schon in jener Zeit vielfältige Beziehungen zwischen den Hochländern Äthiopiens und den Ländern der arabischen Welt bestanden haben. Könnte nicht auch Kaffee unter den Gastgeschenken der Königin von Saba gewesen sein?

Bis ins Mittelalter wurde der Kaffee auf mühsamen Karawanenwegen aus dem Inneren des äthiopischen Hochlandes an das Rote Meer transportiert. Später wurde Kaffee in Terrassengärten im Jemen angepflanzt und trat über die damalige Hafenstadt Mokka seinen Siegeszug um die ganze Welt an. Mit der Verbreitung des Anbaus in Ozeanien, Süd- und Zentralamerika geriet das Ursprungsland des Kaffees allmählich in Vergessenheit.

Noch heute werden in Äthiopien überwiegend Kaffeekirschen im Urwald von wild wachsenden Kaffeebäumchen oder in kleiner, bäuerlichen Plantagen geerntet, die aus gesammelten Sämlingen bestehen. Klima, fruchtbarer Boden und Anbauhöhen von 2000 m ü. M. lassen – besonders an bestimmten Hanglagen des Sidamo-Distriktes – ausgesprochen feine Qualitäten gedeihen.


   
 
Bildnachweis kleine Bilder (v.l.n.r.): ohne Angabe, 3x Rainer Kwiotek/Zeitenspiegel, Jürgen Wacker